Pogromnacht am 9. November 1938

Infos zu den Novemberpogrome 9. November 1938.

Ich habe sie noch als Reichskristallnacht kennen gelernt (auch wegen dem BAP Lied 1982, Kristallnaach), aber nicht zu unrecht wird dieser Terminus abgelehnt, denn klingt er doch allzu positiv – und so wird sie nun Pogromnacht genannt. Am 9. November wird der Pogromnacht vom 9. November 1938 gedacht, der Nacht in der im Deutschen Reich es reichsweit zu organisierten Übergriffen gegen Juden und jüdischen Einrichtungen kam. Unter anderem werden dabei massenhaft Synagogen in Brand gesteckt, aber auch Fensterscheiben von Geschäften zerschlagen. Polizei und Feuerwehr haben Weisungen, nur nichtjüdisches Eigentum zu schützen.

 

Viele Namen für die Novemberpogrome 1938

Für diese schreckliche Nacht gibt und gab es viele Namen, und natürlich beschränkten sich die Verbrechen gegen Juden nicht auf diese eine Nacht. Allein die Novemberpogrome 1938 konzentrierten sich zwar auf die Nacht zum 9. November, fanden aber doch zwischen dem 7. und 13. November statt. Und wenn Reichskristallnacht zu klingt, als wenn dabei nur ein paar Fensterscheiben zu Bruch gingen und man im zweiten Satz eben noch hört, dass dabei Synagogen, Gotteshäuser, angesteckt wurden, es kamen eben auch noch mehrere hunderte Menschen ums Leben. Man schätzt, dass in dieser Zeit, zwischen dem 7. und 13. November etwa 400 Menschen entweder ermordet oder in den Suizid getrieben worden sind.

 

Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

 

Sicherlich ist während des Dritten Reichs in Deutschland und in den von Deutschland besetzten, beherrschten, ermordeten Gebieten noch weit Schrecklicheres geschehen, denn der Holocaust folgte ja erst noch. Dennoch ist das Gedenken am 9. November wichtig, denn die Pogrome in diesen Tagen markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 hin zur systematischen Verfolgung. Am Ende, drei Jahre später, beginnt der Holocaust.

 

Kristallnaach von BAP zur Pogromnacht

Es gibt ein Lide von BAP, dass das Thema Kristallnaach zum Thema hat. Es wurde bereits 1982 in ihrem Album Vun drinne noh drusse veröffentlicht. Das Stück war die einzige Singleauskopplung des Albums und erreichte Platz 25 der deutschen Charts. Kristallnaach wurde seit seiner Veröffentlichung durchgehend auf den Tourneen der Band gespielt und ist nach verdammt lang her der zweithäufigst live gespielte BAP-Song.

 

Hier ein Video BAP – Kristallnaach 1992

 

 

Ich weiß, und auch die Kommentare unter dem BAP-Video machen es deutlich, dass es Menschen gibt, die ein Gedenken daran, 80 Jahre danach, für überflüssig halten und mit Sätzen kommen, es müsse ja auch mal gut sein etc. Sicherlich leben nur noch wenige Menschen, die 1933 Hitler gewählt haben, 1938 zur mitmachenden Masse gehörten oder damals durch Unterlassung das ganze begünstigte. Es gibt sicherlich noch den einen oder anderen Holocaust-Verbrecher, der noch nicht bestraft wurde. Darum geht es aber gar nicht mal. Es geht vor allem darum, zu verhindern, dass so was noch einmal passiert. Und daher müssen wir uns mit dieser, unserer, Geschichte, auch auseinandersetzen.

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